Bericht über den Leistungskurs Mathematik (Kursleiter: Meier)

"Pro Fehler 5 Minuten früher Schluss" - wäre dieses Versprechen von Herrn Meier immer eingelöst worden, hätten wir jetzt nichts zu berichten. Mit dieser verheißungsvollen Zusicherung erhöhte sich die Aufmerksamkeit unter den Kursteilnehmern jedes Mal exponentiell - erhofften wir uns doch durch das Entdecken jedes kleinsten Fehlers unseres Kursleiters eine "Arbeitszeitverkürzung". Diese Erwartungshaltung sank aber indirekt proportional zum Fortschreiten des Schuljahres, als klar wurde, dass die Ereignisse A = "Erreichen der allgemeinen Hochschulreife" und B = "praktische Umsetzung des Versprochenen" unvereinbar sind (A ( B = (). Die relative Fehlerhäufigkeit F (F --> ?) führte aber trotzdem ständig zu Unterrichtsbeiträgen in Form von "Fehlermeldungen". Sogar der mathematisch eher unmotivierte Teil des Kurses ließ sich zu penibelsten Anmerkungen bezüglich des manchmal inkonsequenten, stetig fallenden Tafelbildes hinreißen: f: x --> f(x) ... "bei dem Pfeil da fehlt a Strich!" - und das aus dem Munde unseres Abwesenheitsprimus C. D.! Weitere Unterbrechungen resultierten aus der nebenberuflichen Tätigkeit Herrn Meiers als Leiter der sanitären Einrichtungen (äh, ...man sieht, er hat uns nicht nur auf mathematischem, sondern auch auf sprachlichem Gebiet verwirrt - viele Tippfehlern fand er in unseren Facharbeiten jedenfalls nicht), die sich darin äußerte, dass unser Unterricht durch kleinere Notfälle unterbrochen wurde, die Erster Hilfe bedurften. Anschauliche Beispiele - besonders in der Vektorrechnung glänzte er mit durchdachten Unterrichtsmethoden (Zeltstangen) - machten die erwähnten sprachlichen Missgeschicke aber wieder wett.
Wo waren wir verendet? Ach ja, bei den Unterbrechungen: Regelmäßige Kaffeepausen wurden teils auch zu mathematischen Einzelgesprächen ausgedehnt. Zum Auftakt der Ferien wurden kulinarische Genüsse in Form von selbst gemachten Kuchen ("Ingo, wer haddn den Kuchn gmacht?" - "Mei Mudda!") geboten; bei diesen Gelegenheiten wurden wir von Herrn Meier zu unfairen Wetten genötigt (Punkte oder Pizza). Etliche "Kinder Schokobons", Hanutas und Gummibärchen versüßten uns den Mathematik-Alltag. Gewisse Schüler, die donnerstags immer bei Burger King(tm) ihren Hunger stillen mussten, konnten sich durch eine Tüte Pommes von ihrer Pflicht zur Pünktlichkeit freikaufen.
Was ist noch zu sagen? Unser Kurs widerspricht - laut Herrn Meier - sämtlichen Gesetzen der Stochastik. Nahezu alle Experimente, die uns die Wahrscheinlichkeitsrechnung näherbringen sollten (Anchurien-Problem, "Wabbeln", Kartenziehen) schlugen fehl, da das vom Kursleiter erwartete Ergebnis nie eintrat.
Der "Mathe-Meier" brachte uns durch entsprechend ausgewählte Aufgaben auch sein Privatleben näher; so erfuhren wir unter Anderem, dass seine Frau 64 Möglichkeiten hat, sich einzukleiden, dass seine Kinder ihm (sichtlich) die "Haare vom Kopf fressen" und dass wir für ihn leichter zu ertragen seien als eben diese (letztere Aussage fiel allerdings schon zu Beginn unserer zweijährigen Kooperation...).
Nachdem wir jetzt genug über unseren Lehrer und seinen Unterricht "gesülzt" haben, kommen wir nun zu einigen charakteristischen Merkmalen der Kursteilnehmer:
Fangen wir mit der "aktivsten" Gruppe an: M. S. fiel häufig durch Bemerkungen auf wie "diese Aufgabe habe ich leider nicht", unser "Berliner Kindl" A. T. ergänzte den Kurs Ende des 12. Schuljahres und M. G. zog mit dem sog. "Beilhackverfahren" immer das ganz große Los. Er bekam für seine Aktivitäten im Computerraum (an denen sich auch die anderen beiden beteiligten) sogar den Schriegel-Preis. G. R., B. O. und A. P. gehörten zu den "Burger-Kings" (siehe oben); ersterer nutzte fast jede Zäsur zu einem Schläfchen, B. O. bildete zusammen mit A. P. die Kaffee-Crew (ergänzt durch Herrn Meier). Herr P. und sein Kursleiter redeten oft gekonnt aneinander vorbei, so dass ein "Dolmetscher" nötig war. Diese Funktion übernahm K. P., deren mathematische Leidenschaft im krassen Gegensatz zu ihrer ausgeprägten Computerphobie steht. Den Anweisungen des Lehrers ("net mitpinseln!") widersetzte sich M. E., die durch erhöhten Papierverbrauch auffiel. Ihre Banknachbarin N. W. setzte die kreativen Tafelanschriften (Wolken) gerne in ihr Heft um. Die im wahrsten Sinne des Wortes "letzte" zu nennende Kursteilnehmerin ist S. M., die stets zu spät kam (Zitat Meier: "ich weiß, heut´ ist Mittwoch, setz´ dich hin") und ansonsten durch innovative mathematische Symbole (Herzen, ...) den Unterricht auflockerte. Zurück zu den gestandenen Mannsbildern. Allen voran I. W., der durch sein originales Fränkisch begeisterte und seine Facharbeit trotz des heutigen Computerzeitalters per Hand schrieb. Des Weiteren S. K. und S. S., die entweder zusammen (zu spät) oder gar nicht kamen, was aber nur an der Tatsache lage, dass die eine Fahrgemeinschaft bildeten. Unauffällig im Hintergrund agierte A. K., der bei Glücksrädern (in Klausuren) nicht solche Probleme hatte wie S. G., was diesem den Spott des S. H. einbrachte. Ansonsten zeigte sich der aber bereit, bei etwaigen mathematischen Problemen zu helfen. Last but not least wäre da noch J. F., der des öfteren im Stau steckenblieb und deshalb das Frühstück in die Zäsuren verlegte. Nicht vergessen wollen wir die drei "auf der Strecke Gebliebenen" J. S., R. H. und auch M. D., der durch sein Engagement als Kurssprecher "herausragte".
Insgesamt blicken wir auf zwei interessante und abwechslungs- bzw. lehrreiche Jahre zurück - sicherlich hat keiner diese Leistungskurswahl bereut. Den folgenden Schülergenerationen können wir nur wünschen, dass auch sie in den Genuss des "Mathe-Meiers" kommen!

Kerstin, Sven, Jörg, Stefan