LK Wirtschaft und Recht (Schuh)

Es war einmal ein Wirschaftsleistungskurs, der - keiner weiß das so genau - offiziell aus 12 Teilnehmern bestand. Der besondere Lieblingsschüler René verließ den Kurs vorzeitig, wurde aber bestens von Jani vertreten, der erst in der 13. Jahrgangsstufe zu uns kam. Frau Schuh machte keine Unterschiede zwischen den beiden. Unvergeßlich bleiben Renés Kenntnisse über T-Konten, und Janis Schlafproblem.
Frau Schuh zeigte großen Einsatz bei ihrem Versuch die Mützenträger des Kurses zu bekehren. Erfolg war jedoch nur in einem Fall zu beobachten. "Ah, Oli, sie haben ja schöne Haare!" - "Ich war auch gestern beim Friseur!" Bei den anderen hoffte sie auf den Sommer, denn Frau Schuhs These besagt: "Im Sommer wenn es warm ist, werdet ihr eure Mützen abnehmen, da es euch dann zu heiß wird!" Und Frau Schuh hat immer Recht! Sie kennt sich ganz genau mit Recht aus, und weiß auch wie sie es durchsetzen kann. Dies verdeutlicht Frau Schuh immer wieder durch persönlich erlebte Fallbeispiele. Wie zum Beispiel "Sachmangel bei Handtaschenkauf", "erzwungener Preisnachlaß bei bereits verlegtem Teppich", etc. Der absolute Brüller war, als sie zur Verdeutlichung der Körperverletzung und deren Folgen das Beispiel brachte: "Bastian (der über einen Kopf größer als Frau Schuh ist), wenn ich sie nun schlage und sie fallen zu Boden und verletzen sich, was können sie dann unternehmen?" Erwartete Antwort: "Körperverletzung -> Schadensersatz!" Bastians Antwort: "Wenn ich umfalle, dann bekommen sie einen Preis von mir!"
Unsere Kursleiterin war immer top gestylt. Der Schmuck und sogar die Schuhe sind genauestens auf die Kleidung angepaßt. Es ist kein Geheimnis, daß Frau Schuh eine Schuhfanatikerin ist. Sie teilt ihre Schuhmassen in verschiedene Kategorien ein, zum Beispiel Schul-, Alltags-, Ausgeh-, Theaterschuhe und noch andere. Nicht umsonst trägt sie den Familiennamen "Schuh"!
Sie hatte einfach ein Auge für die Kleidungsmängel ihrer Schüler. "Ivan, sie haben ein riesen Loch im Pullover!" Auch diese Aussage unterstrich sie mit ihrem typischen "Millionen-Dollar-Lächeln". Dieses Lächeln durften alle Abfragekandidaten bewundern und somit wurde die Prozedur etwas gelindert. Frau Schuh, die Furchtlose! Sie stand mutig neben den Kursteilnehmern, die sie um mindestens einen Kopf überragten, und schreckte nicht von der Vergabe schlechter Noten zurück.
Der wichtigste Charakterzug unserer Kursleiterin ist jedoch, daß egal, was passiert, Frau Schuh immer in der Schule anwesend ist. Keine Krankheit kann sie daran hindern, daß sie in die Arbeit geht. Egal, ob sie nicht mehr laufen, reden oder schreiben kann, auf sie ist Verlaß. Sie greift sogar auf Heilmethoden zurück (z.B. Ingwersaft) um ihrer Tätigkeit nachgehen zu können. Ihre eingeschleppten Viren dezimierten jedoch sehr stark die Teilnehmerzahl. Die Schüler, die sich noch nicht angesteckt hatten, blieben wegen der Angst vor Ansteckung vom Unterricht fern. Reine Schutzmaßnahmen!
Sogar nach durchzechten Nächten saß Jung-Karin eisern in den morgigen Vorlesungen. Obwohl ihre wilden Zeiten schon etwas zurück liegen, versucht sie in ihren sprachlichen Äußerungen immer up to date zu sein. Durch Wörter wie "gecheckt" oder "jetzt wird´s aber zappenduster" wollte sie uns den Lernstoff vermitteln. Zusätzlich unterstützt sie ihre Aussagen durch geschickten Fingereinsatz!
Für die Verwendung des Wortschatzes bekommt Frau Schuh von uns die Note 1 verliehen. Jedoch zeigt sie erheblich Mängel bei der Anwendung von Namen. So hieß Ingo in den letzten Jahren entweder "Igor, Ivan, Udo und noch anders".
Ein weiteres Problem stellen die Vorschriften der Feuerschutzmaßnahmen dar. Die Aufsichtsbehörde wollte Frau Schuh verbieten, Autoreifen und sonstige Dinge in ihrer Garage abzustellen. Diese Forderung traf bei unsere Kursleiterin auf sehr großes Unverständnis. Sie sah nicht ein, daß sie als Besitzerin einer von außen einsehbaren Garage in ihrem Eigentumsrecht beeinträchtigt werden darf. Diese Meinung wurde durch die Tatsache bestärkt, daß die Eigentümer von nicht einsehbaren Garagen nicht diese Auflagen einhalten müssen, da der Kontrolleur es nicht von außen überwachen kann. Somit können diese ihr Gerümpel in der Garage plazieren. Das führt zu dem Kampf und der Rebellion gegen die Ungerechtigkeit.
Und all das für einen 3er-Golf! Hätte sie kein Auto, so hätte sie kein Garagenproblem! Ihr Turbo-Golf verleitet sie auch immer wieder, an Orten schnell zu fahren, wo sie genau weiß, daß dort ein "Blitzer" steht. Sie ärgert sich jedesmal neu. Dennoch sind wir felsenfest davon überzeugt, daß diese Beziehung noch länger halten wird. Ansonsten würde ihr Lieblingssatz seine Gültigkeit verlieren: "...und die Schuh fährt immer noch ihr altes Auto!"
Unser Motto für den Wirschaftsleitungskurs war: "Ist doch alles machbar - aber die Eins ist schon schwer erreichbar!"
Wir bedanken uns bei Frau Schuh für die knallharte Kampfausbildung im Verhalten gegenüber Verkäufern, die uns über den Tisch ziehen wollen. Diese wurde auch nicht durch die Vielzahl von Referendaren beeinträchtigt.